„Wenn der Vater zur Tochter wird
Keine Frage hingegen ist, dass „(K)ein guter Tausch“ das Werk eines Boulevard-Profis ist, der ganz genau weiß, wie eine Komödie konstruiert sein muss, um zu funktionieren. Boulevardtheater-Intendant Kay Kruppa weiß das auch, seine Inszenierung bringt Kühns Stück mit dem nötigen Tempo, aber auch mit dem nötigen Gespür für Tempowechsel und Feinheiten auf die Bühne. Christian Kühn, das nur am Rande, ist Autor von Bühnenerfolgen wie „Tussipark“ und „Machos auf Eis“ und seit 2012 Intendant der Comödie Dresden.
Dem Ensemble gelingt das Kunststück, eine an sich vollkommen unglaubwürdige Geschichte so zu zeigen, dass man den Turbulenzen sehr gerne folgt. Sie spielen es einfach so, als ginge es überhaupt nicht anders – mit einer gewissen Selbstverständlichkeit also. Angenehm, dass niemand dabei überdreht, der Abend gleitet nie ab ins Alberne (die Gefahr wäre durchaus vorhanden).
Was bleibt von diesem Körper-Tausch, vom Wechsel der Identitäten? Beide Beteiligte, Vater wie Tochter, haben am Ende durch den Wechsel der Perspektiven etwas über den anderen gelernt. Nicht das Schlechteste in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, in denen oft keiner mehr dem anderen zuhören mag. Eine Botschaft, die dieses Stück wohltuend erdet und grundiert.“
