„Das gehaltene Versprechen
Und so beginnt ein vergnüglicher Abend, für den Kruppa und Markus Weise als Autoren verantwortlich sind. Maria und Rainer lassen nichts aus; Komik entwickelt sich dabei mit Leichtigkeit aus dem Aufeinanderprallen der beiden Perspektiven. In welchem Bühnenbild Jamry und Kruppa spielen, ist übrigens vollkommen gleichgültig. Das gut eingespielte Duo kommt mit wenigen eigenen Requisiten aus. Zwei Stühle bilden ein Kino, zwei grün-weiße Schals schaffen Stadionatmosphäre – alles unterstützt durch ein simples, aber höchst wirkungsvolles Lichtkonzept. Auf Fingerschnippen wechselt die Lichtfarbe, einfach dadurch wird die Illusion wechselnder Schauplätze erzeugt. Dieser Minimalismus funktioniert prächtig und bereitet Jamry und Kruppa Räume, in denen sie sich austoben können. Räume, die beide auch nutzen. Zudem wechseln sie gern von der Bühne in den Zuschauerraum und ziehen singend durch die Reihen. Die Nähe kommt an, das Publikum lässt sich bereitwillig zum Mitsingen animieren. Der Abend trägt streckenweise Züge einer Schlagerparty. Von Jürgen Marcus bis Wolfgang Petry. Wahnsinn.
Eine Schlagerparty allerdings, die nicht allein auf Nostalgie- und Mitsing-Effekte setzt. So manches Arrangement (Kevin Kuhlmann, Patrick Kuhlmann) der Klassiker – unter ihnen auch Perlen wie „Can‘t Take My Eyes Off You“ – wirkt angenehm zurückgenommen und gibt den eigentlich altbekannten Liedern eine unverbrauchte, frische Note. Jamry legt sich dann förmlich rein in die Songs, gewinnt ihnen individuelle Facetten ab. Und bei „Marmor, Stein und Eisen bricht“ klingt Kruppas „dam-dam“ dermaßen lakonisch, dass es fast schon dekonstruktivistisch wirkt.
Klug (und vor allem: sparsam!) gesetzte Kalauer dürfen auch nicht fehlen. „Griechischer Wein“? Klar: „Wenn ich das höre, krieg ich gleich Bierdurst.“ Unterm Strich ist der Abend genau das, was er sein will – zwei Stunden Spaß und Kurzweil. Damit hält er sein Versprechen, was nun wahrlich nicht von jedem Eheversprechen behauptet werden kann.“
